Für Besucher und Adoptanten
Der Tierschutzverein SOS-Dogs e.V. hat Ihnen Ihren Hund vermittelt und Sie möchten uns und anderen Adoptanten von Ihren Erfahrungen berichten? Hier haben Sie die Möglichkeit, uns zu schreiben. Ihr Beitrag ist für alle Interessenten einsehbar und ist sicherlich für den ein oder anderen eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob es denn nun ein Hund aus dem Tierschutz sein darf – oder vielleicht sogar sein soll? Haben Sie Ihren Hund umgetauft? Bitte beziehen Sie sich in Ihrem Eintrag ins Gästebuch bitte auch auf den ursprünglichen Namen.
Sie sind auf der Suche nach einem Hund oder nach Infos zum Tierschutz in Spanien auf unsere Homepage aufmerksam gemacht worden und möchten uns mitteilen, dass sie zu Besuch waren? Vielleicht haben Sie auch Anregungen oder Verbesserungsvorschläge für uns. Unser Gästebuch bietet Ihnen die Möglichkeit für eine Rückmeldung.
Wir danken Ihnen für Ihre Mühe und freuen uns, von Ihnen zu lesen!
Das habe ich nämlich mittlerweile durch intensives Suchen im Internet herausfinden können. Für diese Rasse gibt es wohl auch einen Rassestandard, aber sie gehört eindeutig zu den sehr seltenen Rassen außerhalb von Russland und einigen Ländern Osteuropas und Skandinaviens. Mein Hund ist also ein Jagdhund, recht hochläufig, und für Stöber- und Treibjagden bestens geeignet. Ein mir bekannter Jäger hat mir erzählt, er habe diese Hunde nicht nur bei der Jagd auf Hasen und Füchse erlebt, sondern auch auf Elche. Ich habe also ein ganz besonderes Tier, mit ganz besonderen Eigenschaften und entsprechenden Herausforderungen an den Halter. Hab ich vorher natürlich nicht gewusst. Ebenfalls nicht erklären konnte ich mir die anfänglichen Wehwehchen und Durchfälle meiner Hündin, heute weiß ich, daß in der Geburtsgegend von Molly ganz andere Bakterien, Viren und Parasiten vorherrschend sind als in Deutschland. Molly musste schlicht ihr Immunsystem auf die hiesigen Bedingungen umstellen.
Molly zieht morgens an der Leine wie ein russischer Sattelschlepper. Das hängt damit zusammen, daß Bracken auf frische Spuren gehen, und das ist morgens der Fall. Davon bekomme ich sie wirklich nur sehr schwer ab, am ehesten hört sie da noch wenn wir bereits einige Kilometer und Stunden gelaufen sind. Dann wird´s langsam entspannter. Ich bin sicher, daß wir hier noch immer einen langen und mühsamen Weg vor uns haben. Die Grundkommandos wie „Sitz, Platz, Bleib, Stop, Fuß…) klappen noch gar nicht bis gelegentlich. Ich weiß aber mittlerweile, wann und wo ich sie von der Leine lassen kann, wie sie auf andere Hunde und Menschen reagiert und daß sie es liebt in der Selz, unserem hiesigen kleinen Flüsschen/Bach herum zu plantschen. Dann kommt sie auch freudig und schnell zu mir zurück wenn ich sie rufe. Aber ich bin mir ihrer definitiv noch nicht sicher, und wir müssen noch sehr viel üben und aufeinander eingehen. Ich möchte gerne erreichen, daß sie mich „fragt“ ob sie dem Karnickel hinterher rennen darf, und daß sie dann auch ein „Nein“ akzeptiert. Ich will keinesfalls einen anderen Hund aus ihr machen! Aber wir müssen intensiv, dauerhaft und womöglich jahrelang an unserer Partnerschaft arbeiten. Sie ist kein Hund, der zuhause an der Heizung liegt und Basta. Ich habe Molly jetzt dreieinhalb Monate und habe 8 Kg an Gewicht verloren! Das ist ein überaus erfreulicher Nebeneffekt unseres Zusammenlebens, und das hatte ich mir unter anderem auch so erhofft.
Molly hatte von Anfang an keinerlei Probleme oder Ängste gegenüber anderen Menschen, nur mit anderen Hunden. Heute glaube ich, daß sie ihrem Früheren Besitzer während einer Jagd abhanden gekommen ist und sich möglicherweise einem kleinen Rudel, welches ebenfalls im Wald gelebt hat und vielleicht eine ähnliche Biographie hatte, angeschlossen hat. Aber das ist nur eine Theorie die wohl nie überprüfbar sein wird. Es würde jedoch erklären, wieso mein Hund gegenüber anderen Hunden eher ängstlich und zurückhaltend ist, weil sie eben noch sehr jung ist (soll im August zwei Jahre alt werden) und einen entsprechend niedrigen Rang in einem Rudel gehabt hätte. Aber das wird langsam, aber sicher deutlich besser – sie hat mittlerweile unter den hiesigen Hündinnen einige Freundinnen gefunden mit denen sie gerne spielt. Rüden sind für sie eher bedrohlich und sie wollen immer ihre Nase irgendwohin ganz feste schieben wo sie das nicht will…
Molly ist ziemlich sensibel und feinfühlig, sie reagiert auf sehr viele kleine Zeichen, aber ich muss akzeptieren was sie ist: eine effektive, starke und wunderhübsche russische Jagdhündin mit entsprechenden Anlagen!
Vielleicht kann ich ihr mit „Man Trailing“ oder etwas ähnlichem eine Aufgabe anbieten die ihr liegt.
Ich will damit sagen, daß man wirklich nicht genau weiß, was auf einen zukommt, wenn man einen Tierschutzhund adoptiert. Aber wenn man sich darauf einlassen kann, dann ist es ein Abenteuer voller Überraschungen und ungeahnter Wendungen, und man lernt jeden Tag neu dazu!